Ein neuer Star unter den Hit-Spielen?
Das Original von 2024 ging komplett an mir vorbei. Vermutlich, weil es nicht auf deutsch erschienen ist. Diese Version von Kosmos wurde in Nürnberg auf der Spielwarenmesse angekündigt und meine ersten Gedanken dazu waren nicht gerade positiv. Es ging wohl in die Richtung von den Meisten. „Jetzt versuchen sie Kunden von Hitster abzugraben. Haben sie das nötig. Das wird doch eh nie gegen Hitster ankommen.“ All sowas und ich war somit eher negativ dem Spiel gegenüber eingestellt. Dennoch habe ich das Angebot von Kosmos dankend und auch neugierig angenommen, ein Rezensionsexemplar hiervon zu bekommen. Netterweise kam es kurz vor einem Familienurlaub mit meinen Eltern und meiner Schwester inkl. ihrer Familie. Also eine gute Möglichkeit es zu testen.
Eckdaten zum Spiel
Titel: Play – The Music Party Game
Autor: Mariano Di Martino
Illustration: unbekannt
Verlag: Eigenverlag (Original), Kosmos (deutsche Version)
Erscheinungsjahr: 2026 (deutsche Version)
Spieleranzahl: 2-8
Spieldauer: 20-30 Minuten Minuten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren (um die Musik einschätzen zu können)
Komplexität: sehr gering

Alte Songs im neuen Spiel?
Bei dem anhaltenden Erfolg von Hitster, von dem ich ebenfalls ein großer Fan bin, bleibt es natürlich nicht aus, Play hiermit zu vergleichen. Es geht hier auch stark in eine ähnliche Richtung und der Autor verweist in der Regal auf die Inspiration hierdurch. Das Grundprinzip mit Kartenrückseite scannen und das Lied läuft ab, bleibt gleich. Dennoch sind hier einige Unterschiede zu finden. Fangen wir einmal an.
Zunächst einmal gibt es vier unterschiedliche Modi, wie man Play spielen kann. Ehrlicherweise haben wir zwei hiervon nie ausprobiert, da sie uns nicht ansprechen. Die uns noch unbekannten sind
- Sooner or Later und
- Whola Lotta Points
Bei ersterem spielen zwei Teams gegeneinander. Team A sortiert im, aus Hitster bekannten, Zeitstrahl, hier jedoch einer gemeinsam für alle, das Lied ein und Team B schätzt ob es früher oder später war. Wer recht hat bekommt einen Punkt. Whola lotta points ist ähnlich. Hier spielen jedoch max. 5 Teams gegeneinander und sortieren das Lied im Zeitstrahl ein. Wer recht hatte bekommt Punkte.
Gespielt wurden von uns die beiden Varianten
- Walk the Timeline und
- Better Together
Auch bei Walk the Timeline nutzen wir einen gemeinsamen Zeitstrahl und können in Teams oder einzeln gegeneinander spielen. Jedoch ist der Ablauf anders. Zunächst einmal haben wir Handkarten die wir loswerden möchten, denn wer zuerst keine mehr hat beendet die Partie siegreich. Der Ablauf selbst ist recht einfach: Person/Team A sucht für B eine Karte aus und B muss diese im Zeitstrahl einsortieren. Egal ob es stimmt oder nicht ist B mit einer Karte für C dran, stimmt es nicht, muss B zusätzlich eine Karte nachziehen. Man sucht somit Karten von der Hand aus, die potentiell schwer sind einzusortieren. Liegen bspw. bisher nur Karten aus den 70er und 80ern aus, suche ich wohl eher was aus diesen Jahren für die nächste Person aus, als zu den 2000ern zu wechseln. Manchmal lässt sich das natürlich nicht vermeiden, wenn meine Hand nichts anderes hergibt. Erfahrungsgemäß warten aber hierauf auch nur die anderen und oftmals liegen bis ich wieder an der Reihe bin aus dem Jahresbereich weitere Karten auf dem Tisch. Eine spannende Alternative zu den Jahreszahlen sind die Länderkarten. Hier muss erraten werden, aus welchem Land der Interpret stammt. Immer für eine Überraschung gut. Länderkarten werden immer abgeworfen, das ggf. Nachziehen geschieht wie bei einer Jahreszahl.
Als letztes bleibt somit noch Better Together. Hier spielen wir alle gemeinsam zehn Stapel durch. Wobei jeder Stapel hat eine Karte mehr als der andere hat. Eine Karte wird gescannt und während das Lied läuft der Stapel gemischt und alles aufgedeckt. Nun müssen wir gemeinsam entscheiden, aus welchem Jahr das laufende Lied ist. Natürlich ist das sehr einfach, wenn bei drei Karten die Jahre 2023, 1984 und 1963 ausliegen. Sind wir jedoch später bei bspw. 7 Karten angelangt, sind oft auch Jahreszahlen sehr eng bei einander. Schaffen wir einen Stapel nicht, ziehen wir entsprechend viele Karten vom Stapel nach und versuchen unser Glück erneut. Bisher haben wir es noch nicht geschafft alle zehn Stapel zu schaffen, bevor der Nachziehstapel leer war und wir somit verloren hatten.
Was ist denn jetzt mit den Songs?
Bei der Musikauswahl ist ein großer Unterschied zu Hitster. Laut Verpackung sind hier über 4000 Titel hinterlegt. Welche das genau sind ist mir nicht bekannt. Bevor wir losspielen können wir aus 21 Kategorien und einigen Künstlern bis zu vier auswählen. Scannen wir eine Karte wird zufällig ein Lied aus einer der Kategorien abgespielt. Auch wenn ich somit weiß, welche Jahreszahl mein Gegenüber einsortieren muss, aus welcher Kategorie es ist bleibt eine Überraschung (außer wir spielen mit nur einer, logisch). Die App verrät nach dem Scannen auch nicht, welches Lied gerade läuft, da nur Play, Pause und Wiederholen als Tasten erscheinen. Für mehr Infos muss ich den entsprechenden Button drücken.
Laut Kosmos sollen zukünftig sowohl Titel als auch Kategorien ergänzt werden. Welche das genau sind, ist derzeit jedoch noch unklar.
Playst du schon oder Hitsters du noch?
Zu Beginn habe ich euch meine ersten Gedanken zum Spiel genannt. Es ist also nicht verwunderlich, dass meine aktuellen Gedanken dazu nun folgen.
Die beiden Modi die wir nicht gespielt haben, finden wir im vergleich zu den getesteten nicht wirklich spannend. Keine meiner Runden wollte diese testen, nachdem wir die anderen beiden gespielt haben. Dafür kamen Walk the Timeline und Better Together bei allen Gruppen sehr gut an. Auch mir gefallen diese Varianten sehr gut und in Kombination mit der Musikauswahl immer für eine Überraschung gut. Im direkten Vergleich von Play mit Hitster haben alle die Musikauswahl hier sehr positiv erwähnt und ich stimme dem zu. Über 4000 Titel in einer Schachtel, anstatt etliche Versionen für jedes Genre einzeln kaufen zu müssen ist deutlich kundenfreundlicher gelöst. Dafür fehlen natürlich Interpret und Titel auf den Karten. Ebenso wird beim zweimaligen scannen einer Karte nicht zweimal das gleiche Lied kommen. Gestört hat das noch niemanden. Für mich ist Play das bessere Hitster. Seit es hier eingetroffen ist wurde nicht eine Partie Hitster mehr gespielt, was zuvor viele Spieleabend beendet hatte. Wir haben den Eindruck, dass durch das gezielte aussuchen einer Jahreszahl es ziemlich ausgeglichen ist. Niemand kann so einfach davon spazieren.
Erraten wir gemeinsam die Jahreszahl entstehen schöne Diskussionen und Emotionen, wenn drei gegen einen waren und mal wieder die eine Person recht hatte. Ihr versteht schon, was ich meine.
Ebenfalls positiv ist, dass hier Spotify, YouTube Music und Apple Music unterstützt werden. Leider wird es hier bei diesen Anbietern bleiben, so dass ich als Tidal Kunde auf Spotify free zurückgreifen muss.
Und negativ? Ehrlich gesagt wenig. Manchmal nervt es, wenn man nach der Kategorieauswahl bestimmte Jahreszahlen und/oder Länder aussortieren muss. Sonst fällt mir nicht wirklich was ein. Wie schon gesagt: das bessere Hitster.
Es ist dennoch so, dass bei Hitster ein anderes Gefühl am Tisch herrscht. Hier kann ich niemandem etwas wegschnappen (ok, bei den nicht gespielten Varianten schon, dennoch reizen sie uns nicht). Der Titel und Interpret ist meistens egal und es wird wenig darüber gesprochen. Diese stehen bei Hitster mehr im Vordergrund.
Meiner Meinung nach sollte es sogar möglich sein, mit Play nach den gleichen Regeln wie Hitster zu spielen. Probiert haben wir es noch nie. Müssten wir mal machen…
Fazit:
Für mich mehr als nur ein Klon. Eine sehr gute Ergänzung, wenn nicht sogar Alternative. Jemand, der noch kein Hitster hat sollte meiner Meinung nach hier zugreifen und mehr Spiel in einer Schachtel erhalten.
✔ Stärken:
✅ über 4000 Songs in einer kleinen Schachtel
✅ vier Spielmodi
✅ drei Streaminganbieter
✅ Überraschungsmoment aus welcher Kategorie ein Lied kommt
❌ Schwächen:
⛔ steht im Schatten von Hitster
⛔ Titel/Interpret nur über die App ersichtlich
⛔ der englische Titel „Marimic“ ist nicht so einfallslos wie „Play“
Gesamtbewertung (max. 5 Sterne):





Transparenzhinweis: Das Spiel wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.









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