Irgendein Tag zwischen Weihnachten und Silvester war es so weit. Ich hab Aquaria ausgepackt, welches unter dem Baum lag, nachdem ich es mir auch gewünscht hatte. Hierzu als Info vorab: Auf der Spiel hab ich bei einer Regelerklärung zugehört, aber nie gespielt oder Material in der Hand gehabt. Ich hatte mich auch nicht über den Preis informiert. Das kam jetzt im nachhinein.
Erstmal wieder an den mehr oder weniger spezifisch erwähnten Tag zurück.
Alle sind wieder etwas vom Weihnachtstrubel runtergekommen und da bot sich für mich an sich mit Aquaria zu beschäftigen. Also Folie ab, Schachtel auf und ein „Nicht euer Ernst!“ kommt mir über die Lippen. Wieso werden wohl folgende Bilder erklären.
Nein, es ist nicht die erste Schachtel die ich öffne, bei der der Karton so leer ist. Aber die letzten drei größeren Titel waren da alle anders. Dazu komme ich jedoch später. Weihnachtstrubel weg und dennoch stieg der Puls. Das Material herausgenommen und da fällt mir ein Stickerbogen in die Hand. Alle 32 schwarzen Holzscheiben sollen doch bitte beklebt werden. Soso, ein weißer Kreis mit Pfeil darin kann also nicht mehr auf eine einfache Holzscheibe gedruckt werden. Dann nehme ich die Anleitung in die Hand und hab fast angst, dass ich diese beschädige. Am Abend zuvor haben wir noch Ada’s Dream gespielt und die Anleitung dort ist merklich hochwertiger, das gleiche Material wie bspw. bei Flügelschlag. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Also fing ich an genauer zu schauen. Die Schachtel selbst ebenfalls von der dünnen Kategorie, Zipbeutel schließen sich dem direkt an, sind aber eh nur noch 3 oder 4 zusätzlich dabei gewesen. Für ein sinniges sortieren, wie ich es mag, zu wenig. Kommt auch selten vor, dass ich an meinen Tütenvorrat gehe um eine Tüte für ein Spiel zu holen. Etwas gefrustet hiervon ist das Spiel erst einmal wieder unter den Baum gewandert, wo wir immer ein paar Tage nach Weihnachten noch die Geschenke liegen lassen.
Eben habe ich es wieder hervor geholt, alles gepöppelt und in die Schachtel sortiert. Hierbei dann noch festgestellt, dass das Mainboard und die Playerboards Teil der Punchboards waren und nicht die Grundfläche der Schachtel ausfüllen, wie es oftmals bei Spielen der Fall ist. Umso größer ist mein Unverständnis geworden, wieso ein Spiel so produziert wird. Materialqualität ist das eine, auch die Schachtel wird nicht auseinanderfallen. Mit Ausnahme der Sticker ist das nicht das, was mich stört. Mich stört vorrangig die Größe der Schachtel. So groß und leer. Muss das heutzutage immer noch sein? Meiner Meinung nach nein. Hier wurde die Größe mal wieder nur gewählt, damit die UVP von 64,90 € nicht vom Kauf abhält. Bevor ich zu einer kleinen Preisdiskussion komme, ein paar Größenvergleiche.
Zum einen sieht man, dass die Schachtel ca. zur hälfte gefüllt ist. Wieso dann nicht eine flache Schachtel wie bei Brass oder einer der Quacksalber Erweiterungen? Oder ein kleineres Grundmaß wie bei Orloj. Das ist auch eins der zu Beginn angedeuteten Spiele, welches eine volle Schachtel hat. Ähnlich sieht es bei Forestry und Ada’s Dream aus. Diese drei Titel waren die letzten die ich vor Aquaria ausgepackt hatte und schon kurz davor war anzuzweifeln, ob alles in die Schachteln passt. Nur Forestry hat hier die typischen 30x30x10 cm, Orloj ist mit 26x26x7 cm etwas kleiner und Ada’s Dream hat mit 31x22x10 cm ein ganz anderes Format. Voll sind aber alle Schachteln. Das Material hätte sehr schön in das Orloj-Format gepasst. Schade, dass hier eine Chance vertan wurde.
Jetzt aber zum Preis. Wo der herkommt ist für mich nicht nachvollziehbar. Klar, es sollen alle daran Beteiligten bezahlt werden. Aber entweder ist das hier endlich mal fair, was wir nicht gewohnt sind oder alle anderen Beispiele können nichts am Spiel verdienen. Nehmen wir die vier Titel, die ich hier aufgeführt habe mit deren UVP:
Ada’s Dream 85 €, Aquaria 65 €, Forestry 70 €, Orloj 60 €
Seit ich den Preis von Aquaria weiß besteht bei mir noch mehr Unverständnis. Holz das ich bekleben muss, sämtliches Spielmaterial ist sprachneutral, wodurch ein sehr hoher Printrun möglich war und im Vergleich nicht allzu viel Material. Hier stimmt das Verhältnis zu den anderen drei Titeln nicht. In Ada’s Dream sind Bücher aus Holz dabei, zweifarbig bedruckt inkl. Schriftzug „Book“, Metallbarren die goldfarbig sind, etliche Würfel, Karten und Pappmarker inkl. Duallayer-Boards. Dazu nur ein einziger Kickstarter Printrun ohne Lokalisierungen. Bei Orloj habe ich jede Menge bedruckter Holzfiguren und einem Board mit Zahnrad aus Pappe das sich dreht. Am schlichtesten ist hier noch Forestry. Karten, ein paar bedruckte Holzmarker, Playerboards und kleine Holzwürfel. Aber auch in Summe deutlich mehr.
Ich bin ehrlich: Wenn mir das bewusst gewesen wäre, wo ich es mir gewünscht habe, es wäre nicht gewünscht worden. Aber was solls. Als nächstes wird die Regel gelesen und das Spiel getestet. Ich hoffe dann vergeht all der Frust und es versteckt sich ein gutes Spiel in der großen Schachtel.
Bevor ich Aquaria gepöppelt habe war noch Speakeasy dran. Der neueste Lacerda der seit ein paar Wochen hier liegt. Auch hier war ich gefrustet. Das Insert, mal wieder nicht allzu clever gestaltet, kommt bereits beschädigt an und die Figuren sind nicht sauber bedruckt. Manche sogar beschädigt. Gut das das nur 160 € kostet… Hätte ich mich mal besser mit auseinander gesetzt, als der Kickstarter für den nächsten Titel noch lief. Eventuell wäre ich dann wieder dort ausgestiegen.
Das ehrliche:
Mir ist bewusst, dass viele Entscheidungen zum finalen Produkt führen und der Preis ausschlaggebender ist als wie viel Luft im Karton verbleibt. Dennoch würde ich angemessenere Schachtelgrößen bevorzugen. Neben Aquaria gibt es auch diverse weitere Beispiele, dieses musste jetzt nur herhalten, da ich nach den drei anderen Titeln etwas Hoffnung hatte, dass die Verlage in die richtige Richtung gehen. Weitere Titel die mir auf die schnelle einfallen, mit zu großer Schachtel, auch wenn schon klein:
- Flip 7 (ja ich weiß, damit man zwei Spiele in einer Schachtel verstauen könnte)
- smart 10
- Klong!
- Star Wars The Deckbuilding Game
Also liebe Verlage, werdet ehrlicher und erspart uns solche Enttäuschungen. Es kann doch nicht sein, dass es immer nur am Preis in der Produktion liegt. Packt mehr Schachteln auf eine Palette, lasst uns mehr Platz im Regal und wir in der Szene kaufen die Titel doch eh. Wer nicht aus der Szene ist und sich so ein Spiel kauft wird doch noch mehr frustriert sein, dass er da gerade so viel Geld für so viel Luft bezahlt hat.
Wie ist es bei euch? Könnt ihr euch auch so gut über „nichts“ aufregen?


















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