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First Contact – „Stars of Ilumeïa“ von Stefan Scheidtweiler und Christian Schäfer-Scheidtweiler

Die Sterndeuter zu Köln

Mit Stars of Ilumeïa hat der kleine Kölner Verlag Ornament Games sein nächstes Spiel am Start. Zur Vorstellung durften André und ich in die Firmenzentrale reisen um an einem kleinen Presseevent teilzunehmen. Wie schon beim letzten Mal mit Chronofall war es auch jetzt total öde. Erst wird man herzlich begrüßt, bekommt was zum Spiel erzählt, fängt an zu spielen und muss zwischendurch noch leckere „Süße Spezialitäten aus der Galaxie Ilumeïa“ essen, bevor es dann im Spiel zum Endspurt geht. Wie gesagt, total öde ;)
Und nur um ganz sicher zu gehen: Natürlich war es wieder ein sehr schönes Event mit viel Liebe und Herz organisiert. Aber jetzt natürlich erst einmal die

Eckdaten zum Spiel

Titel: Stars of Ilumeïa
Autor: Stefan Scheidtweiler und Christian Schäfer-Scheidtweiler
Illustration: Lars Besten
Verlag: Ornament Games
Erscheinungsjahr: 2026
Spieleranzahl: 1-4
Spieldauer: 60-120 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Mechaniken: Set Collection, Action Points
Komplexität: mittel

Das Spiel

Wenn ihr ganz genau wissen möchtet, wie das Spiel abläuft, schaut am besten das offizielle Regelvideo an. Von mir gibt es daher nur einen kurzen Abriss.
Wenn man es ganz weit herunterbricht, ist es das gleiche wie Mischwald. Denn in meinem Zug ziehe ich entweder eine oder drei Karten oder lege welche aus. Mögt ihr also Mischwald, mögt ihr auch das hier.
Ok, werden wir etwas ernster, denn das hat das Spiel auch verdient. Hierzu aber zunächst einmal der Hintergrund, den ich von der Verlagsseite übernehme:
In Stars of Ilumeïa wetteifert ihr darum, die mächtigste Gottheit in einer weit entfernen Galaxie zu werden. Dazu müsst ihr die Gunst der vielen Planeten erringen und die dortigen Prophezeiungen erfüllen. Ihr sammelt Sternenkarten und fügt sie nach bestimmen Anlegeregeln zu Sternbildern zusammen. Dafür erhaltet ihr von den Planeten Siegpunkte oder andere Boni.

Hierbei gibt es insgesamt elf Planeten, die uns auf unterschiedliche Art für bestimmte Sternenbilder Boni geben. Fünf dieser Planeten haben einen Kartenstapel mit einer Karte für jede Runde. Wer als erstes die Bedingung erfüllt erhält die Karte inkl. entsprechendem Bonus. Diese können Punkte sein, dauerhafte oder einmalige Effekte oder Spielende Wertungen. Natürlich können mehrere Bedingungen mit einem Sternenbild erfüllt werden.
Die notwendigen Karten für die Sternenbilder kommen entweder blind vom Stapel, in diesem Fall drei Stück oder ich nehme eine gezielt von den acht offen ausliegenden. Wie auch das erschaffen eines Sternbildes kostet jede dieser Aktionen einen Energiepunkt. Hierfür wird einer meiner zu Beginn fünf Energiewürfel auf dem Board auf die verbrauchte Seite verschoben.

Das hört sich jetzt sehr einfach an und von den Regeln her ist es das auch. Das besondere kommt durch die 216 einmaligen Sternkarten hinzu. Hier sind Sterne in einem 3×3 Raster abgebildet und haben einen Übergang zu anderen Karten. Diese müssen stets passen und das Sternbild muss mit einem abgeschlossenem Stern beendet werden. Hier geht das wilde probieren, tüfteln, grübeln und fluchen los. Ergänzt werden die Sterne noch durch Flammensterne und Kometen. Eine schöne puzzelei. Sehr hilfreich ist hierbei, dass in jeder Ecke der Karte das Sternenmuster in klein abgebildet ist.

Während so die erste Runde noch schnell vorbei ist, kommen mit weiteren Möglichkeiten und Aktionen in der letzten Runde schon diverse Überlegungen hinzu. Dennoch bleibt es ein flottes Spiel.

Das Event

Oben habe ich bereits angedeutet, dass es wieder einmal sehr schön im HQ von Ornament Games war. Natürlich stand das Spiel im Vordergrund, was auch direkt durch die Aufsteller mit beleuchteten Sternen klar wurde. Dennoch gehört der Smalltalk dazu, der hier während dem Verzehr von sehr liebevoll erstellten galaktischen Spezialitäten stattfand. Hier wurde beispielsweise erzählt, dass das Spiel in knapp 1,5 Jahren Entwicklungszeit entstand und wie schon bei Chronofall wissenschaftliche Texte beiliegen. Daneben wurden noch Muster der Spielematte gezeigt, die aus dem Entstehungsprozess stammten und noch die ein oder kleine Unpässligkeit hatten, aber auch ein Stanzbogen, bevor hieraus die einzelnen Karten werden. Interessant an den Karten: Damit das Sternmuster möglichst weit in die Ecke konnte wurde an diesen Karten an kleinerer Radius für die Ecke gewählt, als er üblich ist.
Ein besonderes Highlight für Chris und Stefan war die 3D-gedruckte Figur der „Fluuvee“ von Steffi, vom Brettspiel-Podcast. Sehr gelungen!

Fazit

Natürlich fällt es etwas schwer neutral das Spiel zu bewerten, wenn man es in solch einem Umfeld kennenlernt. Dennoch versuche ich hier eine Einschätzung nach meiner bisher ersten und einzigen Partie.
Die Regeln machen einen deutlich aufwendigeren Eindruck, als es anschließend überhaupt ist. Mein Vergleich mit Mischwald war zwar mit einem zwinkernden Auge gemeint, aber ganz so weit hergeholt ist er wirklich nicht. Besonders zu Beginn werden erst einmal Karten gezogen um dann zu schauen, was überhaupt möglich ist. Das geht schnell und danach wird in kollektives Schweigen verfallen um zu puzzeln. Hier stelle ich mir Kartenhalter als sehr hilfreich vor. Der Verwaltungsteil am Ende und zu Beginn einer Runde ist auf einer karte abgedruckt. Ich konnte noch alles lesen, aber das mag in zehn Jahren schon anders aussehen. Aber hier hilft die Rückseite der Regel, wo alles in groß nachzulesen ist. Dieser Teil jeder Runde ist aber in keiner Minute abgehandelt und stört somit nicht den Spielfluss. Etwas überraschend sind natürlich die neuen Karten jede Runde, wodurch es etwas glückbehaftet ist, welche Karten man ggf. mit in die nächste Runde nimmt und welche man abwirft. Hier habe ich immer die behalten, die mir für mein persönliches Spielziel halfen.
Das puzzeln der einzelnen Sternenbilder empfand ich als sehr reizvoll und abwechslungsreich. Gleichzeitig jedoch auch anspruchsvoll, da die Ziele der sechs Völker mit ihren Leisten immer anspruchsvoller werden. Sonst wäre es wohl auch zu einfach ;)
Von mir somit nach meiner ersten Partie eine ganz klare Empfehlung und nach ein paar weiteren Partien lasse ich noch einmal etwas von mir dazu hören.

Transparenzhinweis: Wir haben hierfür ein kostenloses Rezensionsexemplar erhalten, wodurch wir unsere Arbeit darstellen können, jedoch nicht unsere Meinung beeinflussen lassen.

Zum Abschluss noch ein paar letzte Infos:
Das Spiel erscheint am 21.4.2026 und ist auf der SpielDoch in Dortmund erhältlich, ebenso wie eine zusätzliche Spielmatte, die ihr auf allen Bildern hier seht. Beim Erwerb über Ornament Games erhaltet ihr Promokarten.

Meinungen der anderen Astronauten

André

Im Grunde hat Dominik schon nahezu alles gesagt, jedoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen und auch einen kurzen Kommentar zum Spiel schreiben.

Wie Dominik bereits deutlich gemacht hat, besteht der Kern des Spiels daraus entweder Karten zu ziehen oder Karten auszuspielen. So hatte ich es mir auch vorgestellt, als ich die ersten Infos zu Stars of Ilumeïa gelesen habe. Sichtlich irritiert war ich dann doch als ich mir zur Vorbereitung auf das Event das Regelvideo angeschaut habe und über die gut 30 Minuten Videolänge gestolpert bin.

Die Komplexität und dementsprechend auch der höhere Erklärungsaufwand entstehen durch die 11 Planeten mit ihren unterschiedlichen Spezies, die allesamt eine andere Vorgabe an die gelegten Sternbilder legen.

Hierdurch entsteht spätestens ab dem 2. Zeitalter ein regelrechtes Rennen um die besten Boni der 11 Planeten und ein Taktieren wie weit man sein Sternenbild noch verlängern kann, um mehrere Boni gleichzeitig abzugreifen. Umso emotionaler wird es dann natürlich, wenn einem genau diese Boni vor der Nase weggeschnappt werden.

Gerade dieses Taktieren, der Wettkampf um die Boni und das hierdurch entstehende Punkterennen haben mir in unserer Erstpartie richtig gut gefallen.

Die Komplexität des Spiels würde ich in ein angenehmes Mittelfeld einsortieren, sodass man das Stars of Ilumeïa meiner Meinung nach auch gut mit Personen spielen kann, die sich eher im unteren Kennerspielbereich wohl fühlen. Für eine Partie mit Wenigspielern würde ich die Erklärung ggf. verkürzen und „erst einmal losspielen“. Die Erklärung aller Planeten könnte hier sicherlich überfordernd sein.

Abschließend kann ich also sagen, dass ich in Stars of Ilumeïa auf jeden Fall ein Spiel sehe, welches durchaus das Potential hat häufiger auf den Tisch zu kommen und eine breitere Spielerschaft zu begeistern.

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