Bei La Cuenta zieht ihr mit euren Freunden von einer Tapas-Bar zur nächsten und produziert dabei horrende Rechnungen, die am Ende bezahlt werden müssen.
Titel: La Cuenta
Autor: Carles Carreras
Illustration: Ariadna Altimira
Verlag: 2Tomatoes Games (Original)
Erscheinungsjahr: 2025
Spieleranzahl: 3-8
Spieldauer: 5-15 Minuten
Altersempfehlung: ab 7 Jahren
Mechaniken:
Komplexität: sehr gering

Die Menüplanung
Zu Beginn erhält jeder fünf Handkarten und notiert sich fiktiv auf einem Block (nicht im Spiel enthalten) ein Startkapital von 1.000 € (abhängig von der Spieleranzahl). Auf den Karten sind verschiedene Tapas – etwa Muscheln, Schinken, Chorizo & Co. – in unterschiedlichen Farben samt ihren jeweiligen Kosten abgebildet. Ergänzt wird das Ganze durch einige Sonderkarten, die das Menü herrlich abrunden.
Der Menüablauf
Grundsätzlich gilt: Wer an der Reihe ist, spielt eine Karte aus seiner Hand. Kann er das nicht, heißt es: Rechnung zahlen!
Dann wird die Gesamtsumme aller ausliegenden Karten fällig.
Bin ich am Zug, spiele ich entweder eine Tapas-Karte in eine bestehende Farbreihe oder eröffne mit ihr eine neue. Dabei müssen die Kosten der gespielten Tapas gleich hoch oder höher sein als zuvor. Alternativ kann ich eine Sonderkarte ausspielen, zum Beispiel „Auf die Toilette gehen“ (einfach weitergeben) oder die „Geburtstagstorte“ – denn an meinem Geburtstag bin ich selbstverständlich eingeladen.
Kann ich keine Karte mehr ausspielen, ertönt das gefürchtete „Die Rechnung bitte!“ – und ich muss zahlen. Meine „Freunde“ am Tisch nutzen dann gerne noch passende Karten, um mich dezent auf ein großzügiges Trinkgeld hinzuweisen und die Rechnung weiter in die Höhe zu treiben. Für jede beglichene Rechnung erhält der Zahlende einen +1-Handkarten-Chip. Wer also öfter zahlt, hat bald mehr Karten auf der Hand als die Geizhälse der Runde.
So ziehen wir Runde um Runde weiter durch die Tapas-Bars, bis einer komplett abgebrannt ist und kein Geld mehr besitzt. Gewonnen hat am Ende, wer noch am meisten Geld übrig hat.
Tapas-Flair statt aufgesetztem Thema
Oft spielen Themen bei kleinen Kartenspielen ja nur eine Nebenrolle – bei La Cuenta ist das ganz klar nicht der Fall. Ja, das Spiel wird vermutlich keinen Innovationspreis gewinnen, aber das Thema ist so herrlich alltäglich, dass sich erschreckend viele Spieler sofort wiederfinden.
Wie von selbst verfällt man in einen pseudo-spanischen Akzent und versucht möglichst genüsslich auszusprechen, welche Tapas man gerade serviert. Ein buntes Treiben, das bei mir bisher in unterschiedlichsten Runden immer gezündet hat. Warum? Vermutlich, weil wirklich jeder diese Situation kennt – und genau daraus entsteht eine wunderbar humorvolle Immersion, die für alle am Tisch nachvollziehbar ist.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Das Notieren und Zusammenrechnen der Kontostände kann auf Dauer etwas nerven. Abhilfe schafft hier tatsächlich das gute alte Monopoly-Geld (Danke Julia für den genialen Tipp!). So zahlt jeder seine Rechnung einfach direkt in die Bank – und das Spielgefühl wird noch runder.
Fazit
Für mich ist La Cuenta ein absolut gelungenes Kartenspiel, das ganz ohne besondere Spielmechaniken auskommt und allein durch sein Thema begeistert.
In diesem Sinne: Buen provecho – und die Rechnung bitte!




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