Nach viel zu langer Zeit klappt es derzeit vermehrt, dass wir Abends zu zweit spielen. Mal ist es ein Fantastische Reiche oder Hitster, natürlich direkt mehrere Partien, aber auch die größeren Euros kommen wieder eher raus. Ein Tea Garden zeigte uns, nach der Erstpartie vor einem Jahr, dass es doch besser ist als wir dachten. Arche Nova ist sowieso ein Dauerbrenner bei uns und zu SETI muss ich glaube auch nichts weiter schreiben. Wie es überhaupt dazu kommt soll hier keine Rolle spielen und müsste ich auch selbst erst einmal überlegen.
Der eine Satz
Nach einer Partie SETI habe ich auf Discord und in Social Media kurz darüber berichtet. Und mit kurz meine ich ganze zwei Sätze:
Der zweite dieser beiden Sätze lässt mich seitdem nicht mehr los. Was erst ein kleiner kurzer Satz war, der mir gerade so eingefallen war, führt jetzt zu diesem Artikel und meinem Auseinandersetzen damit. Brauche ich die Neuheiten überhaupt, die ich mir für die SPIEL raugesucht habe?
Ganz nüchtern und ehrlich zu mir selbst betrachtet lautet die Antwort: Nein.
Alles klar, dann ist das also geklärt. Der Artikel endet hier und ich fahre doch nicht zur SPIEL.
Halt stopp, jetzt red ich!
So oder so ähnlich hört es sich aber dann doch in meinem Kopf an. Natürlich brauche ich keine neuen Spiele. Was braucht man schon wirklich neu, das man sich neu kauft? Das paar Schuhe, was ich mir letzte Woche gekauft habe, weil das alte so abgelaufen war, dass mir selbst nach wenigen Metern die Füße darin weh taten. Aber benötige ich einen ganzen Koffer voller Hitster in fast allen Varianten (Schlager brauch ich nicht, sonst ist alles da)? Wohl kaum, aber die Abwechslung und Neugierde in mir schon. Mit all den anderen Neuheiten ist es doch nichts anderes. Ich bin neugierig, was es gibt. Ist da ein Spiel bei, was genau das richtige für mich ist? Habe ich Glück und die Titel sind doch nicht so spannend wie erst gedacht? Und was ist mit dem Entdecken des Spiels selbst? Ich mag das Regelstudium, die ersten paar Partien, wo man immer mehr Zusammenhänge erkennt und sich stetig verbessert. Hier gibt es nur auch nach wie vor Spiele im Regal, die mir dafür die Möglichkeit geben würden. Als ob ich nach sechs Partien SETI das Spiel komplett durchdrungen hätte und wirklich gut spielen würde…
Der Reiz des Neuen
Dennoch ist diese Verlockung da. Diese vielen leisen Stimmen im Kopf wie „Komm zu mir“, „Spiel mich!“ oder „Hier bin ich. Ich bin das, was du suchst.“ lassen mich dann doch schwach werden. Aber wie schwach denn? Schaue ich mir mein Loot Bild von letztem Jahr an, so habe ich drei Spiele gekauft: Tea Garden, Suna Valo und ein gebrauchtes Feed the Kraken. Meine Frau hatte an vier weiteren Spielen interesse: LOOT (wieder ausgezogen), Alpaca, Alpina und Hygge. Ich finde, das hält sich stark in Grenzen. Besonders im Vergleich zur Preview-Liste von letztem Jahr: 4 Must Haves und 36 Interested. Vieles hat mich also doch nicht überzeugt oder, was wahrscheinlicher ist: Mein realistisches ICH hat gewonnen. Wer den Podcast schon länger verfolgt weiß, dass es mich mehr reizt Spiele oft zu spielen und zu erkunden, als immer wieder Neues zu spielen. Daher kaufe ich auch seit mehreren Jahren immer weniger und spiele neues auf Veranstaltungen oder Spielewochenenden.
Es hat sich also dann doch, auch wenn nicht ganz so konsequent, das „Nein“ durchgesetzt.
Ganz Konsequent
Währe ich ganz rigoros und würde mein NEIN durchziehen, wozu dann überhaupt nach Essen fahren? Na ganz klar: Die Menschen, das Gefühl, die Stimmung, die Begeisterung, das Chaos, der Trubel! Das sind für mich sowieso die wahren Gründe, wieso ich zur SPIEL fahre. Letztes Jahr habe ich im Messezeitraum 8 Spiele gespielt. Davon waren 5 auf Presseevents oder dem Meet & Play. Vor Ort war ich alle Tage von Anfang bis Ende. Nicht wirklich viel gespielt. Was hab ich also dann dort gemacht? Mich treiben lassen, mich mit allen möglichen Leuten getroffen, viel Spaß beim Meet & Play gehabt, mich über viel zu teures Essen aufgeregt. Wo soll ich da überhaupt noch Zeit zum spielen und kaufen finden? Geht doch gar nicht ;)
Daher freue ich mich auch dieses Jahr wieder auf die Messe. Wenn ihr mich also sehen solltet, sprecht mich liebend gerne an. Pressetermine habe ich einen einzigen. Das ist nichts für mich, mir von jedem Verlag die Neuheiten vorstellen zu lassen, die mich dann doch nicht reizen. Ich werde mir also gerne für euch die Zeit nehmen und ein bisschen quatschen. Oder ihr kommt gerne beim Meet & Play im Saal Europa am Samstag ab 14 Uhr vorbei. Vielleicht bin ich auch einfach mal um 15 Uhr in Halle 8, wo dieses Jahr der Mathtrade und die No-Shipping-Auction-List stattfinden. Selbst habe ich dort weder etwas verkauft noch gekauft, aber es ist immer wieder spaßig zu zusehen.
Ihr seht also, es gibt jede Menge gute Gründe auf die SPIEL zu fahren, auch wenn man gar nichts kaufen oder gar spielen möchte. In diesem Sinne:
Wir sehen uns in Essen!

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