Eckdaten zum Spiel
Titel: SETI – Auf der Suche nach Außerirdischen Leben
Autor: Tomás Holek
Illustration: Ondřej Hrdina, Oto Kandera, Jiří Kůs, Jakub Lang, Michaela Lovecká, Jiří Mikovec, Jakub Politzer, Petra Ramešová, František Sedláček, Petr Štich, Petr Štich (III), Josef Surý
Verlag: CGE (Original), Heidelbär Games (deutsche Version)
Erscheinungsjahr: 2024
Spieleranzahl: 1–4
Spieldauer: 40-160 Minuten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Mechaniken: Mehrheitenwertung, Ressourcenmanagement, Technologieentwicklung
Komplexität: sehr hoch

Was euch erwartet
SETI war eigentlich auf der letztjährigen Messe (2024) an mir vorbei gegangen. Doch schon kurz nach der Messe mehrten sich die Stimmen das dies doch ein ziemlich guter Eurotitel des Jahrgangs sei. Sci-Fi, Weltraum, Aliens und es ist ein Euro…wie konnte mir das durchgehen?! Im Fachhandel ausverkauft habe ich mich dann am Sekundärmarkt bedient.

Im Weltraum nach Außerirdischen Signalen scannen, Sonden starten und durch unser Sonnensystem schicken um diese dann als Orbiter Planeten zu zuweisen, Lander auf Planeten nach Spuren Außerirdischen Lebens suchen zu lassen und neue Technologien zur Verbesserung dieser und weiterer Aktionen einzusetzen. Darum geht es in Kurzfassung in diesem Spiel, im Bestfall macht man am Ende die meisten Punkte und gewinnt das Spiel!
Spielablauf
Es wird reihum über 5 Runden gespielt, wenn ich dran bin habe ich eine Hauptaktion und beliebig viele Nebenaktionen. Habe ich keine Ressourcen mehr (Karten, Energie, Credits) und kann auch ansonsten nichts mehr tun, passe ich. Im Grunde simpel, nur Aktionen gibt es reichlich und das abwägen welche mich am weitesten bringt macht mich auch nach Partie 25 noch komplett wahnsinnig! Denn: In SETI kommt man oftmals an den Punkt sich entscheiden zu müssen durch eine Aktion verdammt viele Punkte abzustauben oder sich durch eine Reihe von Effekten dauerhafte Vorteile für den weiteren Spielverlauf zu sichern um im Bestfall noch mehr Punkte machen zu können. Es gibt viele Wege in diesem Spiel die nicht zuletzt auch durch die Rotation unseres Sonnensystems beeinflusst werden. Weil nämlich: als Konsequenz einiger Aktionen rotiert unser Sonnensystem. Abgefahren! Denn das bringt hier ordentlich Musik ins Spiel. Es rotieren nicht alle Planeten synchron, sondern hierdurch bilden sich neue Planetenkonstellationen, wie im echten Leben also…oder so ähnlich. Das heißt das meine Sonden evtl. ihr Ziel anpassen müssen, bestimmte Planeten für mich auf einmal unerreichbar werden oder das Scannen eines Sektors für mich auf einmal nicht mehr möglich ist. Die großen Boni gibt es für das finden von Spuren Außerirdeschen Lebens. Und ja Mensch nochmal, ist dass thematisch, genau darum soll´s ja auch gehen! Diese Spuren bekommt man durch das Landen auf Planeten, dass Scannen von Sektoren oder durch das Sammeln von Daten. Sind ausreichend Spuren gesammelt erscheint erst eine Alienrasse und im weiteren Spielverlauf die zweite.
Durch das Entdecken der Aliens werden dann nochmal spezifische Regeln ins Spiel gebracht. Ein unheimlicher Reiz in diesem Spiel, denn diese beeinflussen den weiteren Spielverlauf massiv. So sind einige Rassen solide Punktebringer oder Vorteilsbringer und andere erfordern eine Risikoabwägung, alles thematisch richtig gut eingebunden.

Fazit
Für mich ist das Spiel eine Wucht! Durch die hohe Anzahl an Karten und die verschiedenen Alienrassen hat man erstmal viel zu entdecken für mehrere Partien. Da wird es einem erstmal nicht langweilig. Nachschub an Karten und Alienrassen sind zu erwarten. Die erste Erweiterung erscheint bereits auf der nächsten Messe Essen.
Die Einstiegshürde ist hoch. Die Kombination aus Aktionen und daraus resultierenden freien Aktion lassen ordentlich „Kettenzüge“ zu. Das kann auf der anderen Seite des Tisches manchmal frustrierend sein. Man befindet sich ständig in der Abwägung welche der zur Auswahl stehenden Aktionen einem in der Folge den höchstmöglichen Effekt bringt. Hier kommen wir zu einem Haken dieser Kiste: Bei einer Spieleranzahl von vier Personen kann eine Partie zeitlich schonmal ausufern. Man sollte bedenken ob es denn heute unbedingt der perfekte Spielzug sein muß, denn dieses Spiel begünstigt sorgfältige Planung aber auch Flexibilität dabei. Man kann mächtige Züge durchführen aber der Spielspaß kann durch zu lange down-time schonmal leiden. Hierzu sei allerdings gesagt das es einen wirklich tollen Solo-Modus gibt welcher gleich in der Kiste mitgeliefert wird. Da kann dann jeder nach belieben grübeln und optimieren.
Bei den 2-Personen Partien ist das Scannen eine sehr mühselige Angelegenheit, da viele Datensteine durch Spielermarker ersetzt werden müssen damit endlich endlich endlich die Mehrheitenwertung ausgelöst und damit Boni verteilt werden. Weniger Spieler gleich weniger Scan-Aktionen. Für mich sind 3 Spieler die Optimalbesetzung.

Fazit:
Ich liebe thematische Spiele die gut funktionieren, Spieltiefe bieten und in denen es lange neues zu entdecken gibt. Genau das bekommt man hier. Punkteschlacht im Weltraum, genau mein Ding!
✔ Stärken:
✅ tolle thematische Einbindung
✅ viele Spielmechaniken die super harmonieren
✅ schönes Spielmaterial
❌ Schwächen:
⛔ hohe Einstiegshürde
⛔ lange Spielzeit bei 4 Spielern
⛔ Aufbauzeit
Gesamtbewertung (max. 5 Sterne):





Meinungen der anderen Astronauten
Dominik
Auch wenn ich SETI bisher nur wenige male gespielt habe, so ist es für mich dennoch ein herausragendes Spiel. Die Varianz durch die Karten und den Aufbau, die thematische Umsetzung des SETI-Projekts mit ein wenig SciFi-Flair machen immer wieder Spaß und ich bin gespannt, was zu SETI noch alles für Erweiterungen erscheinen werden.

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